Verlobungsring: Welche Hand ist die Richtige?

Der Antragssring symbolisiert gemeinhin das Versprechen, mit seinem Partner in naher Zukunft die Ehe einzugehen. Mit seiner Übergabe wird das Heiratsversprechen öffentlich zur Schau gestellt. In der Regel bestehen die Ringe dabei aus Gold, Platin oder Silber, können heutzutage aber auch aus Edelstahl, Titan und Wolframcarbid gefertigt werden. Wenn einer der beiden Partner den Ring erwirbt, stellt sich zumeist nicht nur die Frage nach der Ringgröße des Gegenübers, sondern häufig auch die nach der Position des Verlobungsrings. Diese ist schon seit der Antike bestimmt, kann regional jedoch von der ursprünglichen Tradition abweichen.

Der Antragsring in der Geschichte: Von der Antike bis zur Gegenwart

Das Procedere, sich gegenseitig Ringe anzustecken, um sich aneinander zu binden, gab es bereits im alten Ägypten. Dort stand er bereits für die Ewigkeit und durch seine offene Mitte auch für die jenseitige Welt. In der römischen Antike und im frühen Mittelalter wiederum besiegelte der Verlobungsring, den die Braut erhielt, die Übergabe der Mitgift. Der Brauch, den man heute kennt, ist eine Erfindung Papst Stephans I., der ein Verfechter des Sakramentes der Ehe war. Seiner Ansicht nach sollte der Ring der zukünftigen Gattin von ihrem Verlobten zur Untermalung der beiderseitigen Treue überreicht werden. Dieser wurde dann in Anlehnung an die Idee der Vena Amoris (Liebesader), die vom linken Ringfinger direkt zum Herzen führen sollte, am entsprechenden Finger angesteckt. Bis zum Jahr 1477 war das Schmuckstück dabei noch schlicht gehalten. Als jedoch Erzherzog Maximilian I. von Habsburg Maria von Burgund einen Antrag machte, überreichte er ihr einen Ring mit Diamantbesatz. Bis zur heutigen Zeit ist es üblich, dass der Mann der Frau zur Verlobung den Ring überreicht und beide stecken ihn am linken Ringfinger an.

Nur für Frauen oder an der rechten Hand: Unterschiedliche Trageweisen des Verlobungsrings

Wie bereits eingangs erwähnt, gibt es verschiedene regionale Traditionen, die Ringe bei der Verlobung überzustreifen. Üblicherweise trägt das Paar den Antragsring in Deutschland und Österreich am linken Ringfinger. Der spätere Ehering wird am rechten Ringfinger getragen und der Vorgänger wird dann abgestreift, weil das Versprechen eingelöst wurde. Anders verhält es sich in der Schweiz und vielen südlichen Ländern Europas: Dort wird der Antragsring am rechten Ringfinger getragen, während der Ehering linksseitig angesteckt wird. In den USA wiederum ist der "engagement ring" oftmals der Frau vorbehalten, die ihn ebenfalls am linken Ringfinger trägt. Bei der Eheschließung wird dieser dann durch den Ehering ersetzt und stattdessen am rechten Ringfinger getragen. Die einzelnen Gebräuche sind dabei allerdings nicht mehr gänzlich konsequent und es gibt durchaus Vermischungen, sodass die Schmuckstücke heutzutage durchaus auch in deutschen Gefilden nach der Eheschließung weitergetragen werden, zumal die modernen Verlobungsfeiern der eigentlichen Hochzeit als Event inzwischen durchaus nahe kommen. Auch modisch gibt es inzwischen international einheitliche Trends, wie beispielsweise die bevorzugte Übergabe von Ringen mit hellen Steinen bzw. Diamanten. Diese geht auf eine exzessive US-Werbekampagne des Diamantenproduzenten DeBeers in den Dreißiger Jahren zurück, aufgrund derer viele Menschen den möglichst hochkarätigen diamantenbesetzten Ring bis heute für das Nonplusultra in Bezug auf Heiratsanträge halten. Doch auch schlichte oder mit farbenfrohen (Halb-)Edelsteinen verzierte Ringe erfreuen sich weltweit großer Beliebtheit.